Auszeit mit Begleitung

Im Gegensatz zu einer Auszeit ganz allein, können Sie auch auf geführte Angebote zurückgreifen. Diese bieten einige Vorteile:

  • Sie erhalten auf dem Weg in die Stille Anleitung und Unterstützung von (meist psychologisch oder spirituell geschulten) erfahrenen Begleitern sowie die Möglichkeit für einen Austausch, falls unangenehme Gefühle oder Gedanken in der Zeit des Rückzugs auftauchen.

  • Sie können sich in den zeitlichen Rahmen für Mahlzeiten oder Meditationszeiten hinein entspannen: Sie müssen nichts organisieren, nichts erledigen, nichts bedenken. Sie können einfach loslassen und sich einem bewährten Rahmen anvertrauen. Bei Angeboten mit Vollverpflegung müssen Sie sich nicht um Einkauf, Kochen und Spülen kümmern.

  • Das jeweilige Umfeld begleiteter Stille-Angebote unterstützt Sie in Ihrem Vorhaben, sich auf sich selbst zu besinnen. Bei einem Schweigeseminar beispielsweise schweigen auch alle Menschen um Sie herum und auch das Personal ist in der Regel angehalten, Teilnehmer nicht anzusprechen. Bei einem selbstorganisierten Rückzug in einem Hotel ist solch ein Rahmen nicht gegeben.


Auszeit mit Begleitung

Es gibt verschiedene Formen von Auszeiten mit Begleitung:

  • Meditations- und Schweigeretreats (retreat = engl., „Rückzug“) schaffen für eine festdefinierte Zeit einen klar strukturierten Raum für die Innenwendung inkl. Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung. In der Regel gibt es eine Leiterin bzw. einen Leiter (manchmal auch mehrere oder auch zusätzliche Assistenzen). Die Dauer kann sehr variieren, von wenigen Tagen bis zu 50 Tage und mehr. Die Regel sind Gruppenretreats, es gibt jedoch auch Anbieter von Einzelretreats mit Individualbetreuung.

  • Nicht klar abzugrenzen von Retreats sind Meditationsseminare und -Kurse sowie Workshops, die meist dezidiertere Anleitungen auch für Anfänger geben, um innerlich still zu werden. Hier gibt es sowohl einmalige als auch regelmäßige Angebote unterschiedlicher Dauer.

  • Sinn- und Meditationsreisen bieten die Möglichkeit, in einer Gruppe gemeinsam an einem „Ort der Stille“ an einem still-gelegenen Reiseziel (z.B. in einer Wüste) zu verbringen oder verschiedene „Orte der Stille“ (z.B. Heilige Tempel, Ashrams, etc.) zu besichtigen. Im Grunde handelt es sich um einen Urlaub für die Seele, der Elemente der Besinnung, der Einkehr bzw. der Stille beinhaltet.

  • Auf Pilgerreisen wandert man in der Regel zu Fuß an Wallfahrtsorte, wie z.B. zu biblischen Orten in Israel oder nach Lourdes in Frankreich oder Fátima in Portugal. Das kann in Selbstorganisation geschehen, es gibt aber auch unter fachmännischer Führung begleitete Pilgertouren. Der Fokus liegt meist auf dem persönlichen Reiseerlebnis abseits des Massentourismus.

  • Viele Klöster bieten heute verschiedendste Seminare an, in denen die persönliche Einkehr im Mittelpunkt steht: geistliche Exerzitien, Einkehrtage, Besinnungstage oder Stille Tage. Oft handelt es sich nur um unterschiedliche Bezeichnungen für sehr ähnliche Angebote. In der Regel beinhalten diese immer auch Zeiten der Stille und des Schweigens sowie die Möglichkeit eines vertraulichen Gesprächs mit einem Begleiter bzw. einer Begleiterin.


Neben der inneren Einkehr im Rahmen von Meditation und Pilgerreisen gibt es weitere Wege zu mehr Achtsamkeit und innerer Stille. Neben psychologischen Methoden – wie der Mindful Based Stress Reduction (MBSR) – können ebenfalls Yoga, Tai-Chi und Qi Gong Zugang zu mehr Ausgeglichenheit, Entspannung und zum eigenen Innersten geben. In der christlichen Tradition finden sich zudem verschiedene Kontemplationsansätze, wie das Herzens-, Ruhe- oder Jesusgebet. Waldbaden, meditatives Bogenschießen oder meditativer Tanz werden ebenfalls in vielen Kursen, Workshops und beispielsweise auch in vielen Klöstern angeboten.

Wenn Sie eine Auszeit ohne jegliche Begleitung und in Eigenorganisation suchen, finden Sie hier hilfreiche Anregungen.

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