Über den Ort
Das Franziskanerkloster auf dem Hülfensberg ist einer der ältesten und bekanntesten Wallfahrtsorte im Eichsfeld. Seit Jahrhunderten suchen Menschen diesen heiligen Berg auf, um unter dem mächtigen Gipfelkreuz zu beten und zur Ruhe zu kommen. Das Kloster wurde im 19. Jahrhundert gegründet und steht in einer langen Tradition der Hülfensbergpilgerschaft: Schon im 13. Jahrhundert berichtete man von der Verehrung des heiligen Kreuzes auf dem Hülfensberg, und seit dem 14. Jahrhundert finden hier regelmäßig Wallfahrten statt. Die heutige Klosteranlage besteht aus der barocken Wallfahrtskirche St. Salvator, dem angrenzenden Konventbau der Franziskaner, dem Pilgerhaus und weiteren Wirtschaftsgebäuden. Der ganze Komplex strahlt eine besondere Atmosphäre der Stille aus: Dicke Mauern, schlichte Kreuzgänge und die liebevoll gepflegten Klostergärten bilden einen geschützten Raum, in dem man den Alltag hinter sich lassen kann. Diese Atmosphäre ist geprägt von der Spiritualität des heiligen Franz von Assisi, der in der Einfachheit, der Naturverbundenheit und dem gemeinschaftlichen Leben Gott begegnen wollte. Wer den Hülfensberg besucht, spürt sofort diese Schlichtheit – hier steht nicht der Komfort im Vordergrund, sondern die bewusste Hinwendung zum Wesentlichen.
Die Franziskaner laden Pilger, Urlauber und Suchende zu einer Auszeit in ihren Mauern ein. Der Tagesablauf im Kloster folgt der benediktinischen Ordnung „ora et labora“: Morgens beginnen die Brüder mit den Laudes und der Eucharistiefeier in der Wallfahrtskirche. Danach teilen sie das Frühstück mit den Gästen und widmen sich ihren jeweiligen Aufgaben – Gartenarbeit, Betreuung der Pilger, Seelsorge, Küchenarbeit oder das kunstvolle Gestalten von Kerzen. Mittags trifft man sich zur Sext, einem kurzen Mittagsgebet, und teilt das Mittagessen, bevor der Nachmittag für persönliche Stille, Lektüre oder Mitarbeit genutzt werden kann. Am frühen Abend versammeln sich alle zur Vesper, dem abendlichen Stundengebet, und schliessen den Tag oft mit einem gemeinsamen Austausch oder einer Meditation ab. Dieser rhythmische Wechsel von Gebet, Arbeit und Muße vermittelt Gästen eine tiefe Geborgenheit und hilft, die innere Mitte wiederzufinden. Der Hülfensberg ist daher nicht nur ein touristisches Ziel, sondern ein lebendiger Ort des klösterlichen Lebens, an dem man in die franziskanische Tradition eintauchen kann.
Zu den besonderen Schätzen des Klosters gehört die Wallfahrtskirche St. Salvator. Ihr barocker Hochaltar wird vom Bild des Gekreuzigten beherrscht, der der Legende nach von Bonifatius hierhergebracht wurde. Im Inneren findet man zahlreiche Votivtafeln, die von Heilungen, erhörten Gebeten und persönlicher Dankbarkeit erzählen. Die Kirche ist tagsüber geöffnet und lädt zum stillen Gebet ein. Hinter dem Altarraum befindet sich die alte Sakristei mit einem kleinen Museum, das die Geschichte des Wallfahrtsortes dokumentiert: Pilgerabzeichen, alte Wallfahrtsplaketten, historisches Messgewand und andere Zeugnisse vermitteln ein lebendiges Bild vergangener Zeiten. Ein Rundgang durch das Museum eröffnet den Blick für die tiefe Verwurzelung des Klosters in der Region und die Verbundenheit der Menschen mit dem heiligen Kreuz vom Hülfensberg.
Neben der Kirche liegt der Kreuzweg, der die Leidensstationen Jesu thematisiert. Er führt den steilen Hang hinauf zum Gipfelkreuz und ist mit lebensgroßen Figuren und Reliefs gestaltet. Der Weg führt durch mächtige Lindenalleen, die im 19. Jahrhundert als „Kreuzlinden“ gepflanzt wurden. Im Frühling duften die Blüten, und die schweren Kronen spenden im Sommer Schatten. Wer diesen Weg meditativ geht, kann die eigene Lebensgeschichte im Licht des Leidens und der Auferstehung Jesu betrachten und neue Kraft schöpfen. Oben angekommen, steht man am riesigen Kreuz, das weit ins Land hinein sichtbar ist. Hier, 448 Meter über dem Meeresspiegel, eröffnet sich ein atemberaubender Blick über die grüne Hügellandschaft des Eichsfelds. Weite Felder, Wälder und kleine Dörfer breiten sich aus, und bei guter Sicht erkennt man in der Ferne den Harz und die thüringischen Berge. Diesen Panoramablick nehmen viele Gäste als Sinnbild für den eigenen Lebensweg: Wer innerlich zur Ruhe kommt, kann auch den Horizont des eigenen Lebens erweitern.
Die Brüder vom Hülfensberg haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in ihrem geistlichen und persönlichen Wachstum zu begleiten. Sie bieten Gespräche zur Lebensbegleitung und Beichte an, organisieren Einkehrtage für Pfarreien, geistliche Gruppen und Einzelne und sind ein Ansprechpartner für Pilger, die auf dem ökumenischen Pilgerweg von Görlitz nach Vacha unterwegs sind. Die Seelsorge ist hierbei stets geprägt von franziskanischer Offenheit: Menschen aller Konfessionen und Lebenssituationen sind willkommen. Die Franziskaner betonen, dass man nicht perfekt sein muss, um hier willkommen zu sein; vielmehr geht es darum, ehrlich vor Gott zu treten und gemeinsam den Weg zu gehen. Deshalb wird auch der Austausch unter den Gästen gefördert: Bei Tee in der gemütlichen Pilgerstube können Erfahrungen geteilt und Kontakte geknüpft werden, aber es gibt ebenso Raum für das stille Alleinsein.
Stilleangebote
Das Kloster bietet verschiedene Programme, die sich der Stille widmen. Ein zentrales Angebot ist das sogenannte „Kloster auf Zeit“. Hier können Einzelgäste für eine Woche oder längere Zeit in der Gemeinschaft der Franziskaner leben und den monastischen Rhythmus mitvollziehen. Dieses Programm richtet sich an Menschen, die eine bewusste Auszeit vom hektischen Alltag suchen. Während des Aufenthalts beteiligen sich Gäste an den Gebetszeiten, nehmen gemeinsam die Mahlzeiten ein und können nach ihren Fähigkeiten im Klostergarten, in der Küche oder im Pilgerbüro mitarbeiten. Dabei haben sie täglich persönliche Zeiten der stillen Meditation und geistlichen Lektüre, die von den Brüdern begleitet werden. Das Angebot ermöglicht, in der Begegnung mit dem eigenen Inneren und mit Gott neue Perspektiven zu entdecken.
Ein weiteres spezielles Angebot sind die Exerzitien. Diese geistlichen Übungen finden als mehrtägige Kurse statt, die von erfahrenen Geistlichen und Therapeuten geleitet werden. Sie beinhalten Meditationsanleitungen, Impulse für die Betrachtung biblischer Texte, stille Wanderungen und Zeiten des Schweigens. Teilnehmende lassen sich auf einen inneren Prozess ein, der Verdrängtes ans Licht bringt und neu ordnet. Das Schweigen spielt dabei eine wichtige Rolle: Man lernt, die lauten Stimmen des Alltags auszuschalten und auf die leiseren Töne der Seele zu hören. Die Franziskaner bieten unterschiedliche Formate an, darunter Einzelexerzitien, Gruppenexerzitien und spezielle Kurse für bestimmte Zielgruppen (z. B. junge Erwachsene, Paare oder Mitarbeitende in sozialen Berufen). Ergänzt werden diese Kurse durch Seminare zu Themen wie „Achtsamkeit im Alltag“, „Bibel und Meditation“ oder „Mit Franz von Assisi beten“.
Für Pilgergruppen und Pfarreien gibt es die Möglichkeit, Tage der Einkehr zu gestalten. Diese Tage beginnen mit der gemeinsamen Eucharistiefeier und enden oft mit einer schlichten Vesper. Dazwischen gibt es Zeiten des Austausches, der Einzelbesinnung und gemeinsamer Meditation. Für Gruppen, die eigene thematische Schwerpunkte setzen möchten, stehen die Brüder als Referenten zur Verfügung, etwa zu franziskanischer Spiritualität, Ökologie, Gerechtigkeit oder der Geschichte des Hülfensbergs. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Kloster als Tagungsort für kirchliche oder spirituelle Seminare zu nutzen. Der Meditationsraum bietet Platz für Gruppen bis etwa zwanzig Personen, und der große Pilgersaal kann für Vorträge, Konzerte oder Workshops genutzt werden.
Regelmäßig finden auch Musikveranstaltungen statt. Die Klosterkirche mit ihrer hervorragenden Akustik ist ein beliebter Ort für geistliche Konzerte, Orgelabende und Chorauftritte. Regionale Musikerinnen und Musiker, Chöre aus dem Eichsfeld und internationale Ensembles gestalten musikalische Abende, die die Herzen der Besucher berühren. Diese Konzerte sind Teil der Kulturarbeit des Klosters und sollen dazu beitragen, die Seele zu weiten und durch Musik zu Gott hinzuführen. Neben der Kirchenmusik gibt es gelegentlich auch Folk-, Jazz- oder Weltmusikveranstaltungen, die sich thematisch an franziskanischen Idealen wie Frieden, Schöpfungsverantwortung und Nächstenliebe orientieren.
Besonders beliebt ist auch die Teilnahme an den Wallfahrten. Die größte Wallfahrt findet jährlich am Fest Kreuzerhöhung (14. September) statt. Tausende Pilger aus Nah und Fern kommen auf den Berg, um gemeinsam den Kreuzweg zu beten, Eucharistie zu feiern und das Kreuz zu verehren. In dieser Zeit verwandelt sich das Gelände in eine bunte Pilgerstadt mit Ständen, Fahnen und Gesängen. Trotz der großen Menschenmenge bleibt eine spirituelle Atmosphäre spürbar, da alle das gleiche Ziel verbindet: Dank zu sagen, Fürbitte zu leisten und in Gemeinschaft den Glauben zu feiern. Neben der Hauptwallfahrt gibt es kleinere Wallfahrten zu verschiedenen Anlässen, zum Beispiel zur heiligen Walburga oder zum Gedenken an Franziskus.
Übernachtungspreise
Die Übernachtung im Kloster ist bewusst einfach gehalten. Die Gästezimmer sind schlicht, freundlich und zweckmäßig eingerichtet: Holzbett, Nachttisch, Schreibtisch und oft ein Kreuz an der Wand. Die Zimmer verfügen in der Regel über ein Waschbecken; Duschen und Toiletten befinden sich auf dem Flur und werden gemeinschaftlich genutzt. Wer sich für das Kloster auf Zeit anmeldet, erhält ein eigenes Zimmer, das Raum für Rückzug bietet. Die Preise orientieren sich nicht an kommerziellen Standards, sondern an dem franziskanischen Gedanken der Solidarität. Der Aufenthalt wird auf Spendenbasis angeboten: Jede und jeder gibt so viel, wie es die eigene finanzielle Situation zulässt. Die Brüder geben eine Empfehlung, die die Unkosten für Unterkunft und Verpflegung abdeckt, betonen aber, dass niemand aus finanziellen Gründen abgewiesen wird. Für Exerzitien und S
- Individuelle Auszeit
- Leben in Gemeinschaft auf Zeit
- Mitarbeiten möglich
- Kurse und Seminare
- Meditationsangebote
- Gebete und Andachten
- Exerzitienangebote
- Gesprächsangebote
- Vorträge
- Musikveranstaltungen
- Mehrtägige Retreats
- Einzelgäste willkommen
- Gruppen willkommen
- Verpflegung möglich
- Vegetarisch
- Erreichbar mit ÖPNV
- Anmeldung erbeten
- Naturnahe Lage
- Blick auf Wiesen und Felder
- Blick auf Wald
